Mittwoch, den 17. Januar 2018 n.Chr.
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Schloss Mühlingen

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Dieses Wasserschloß, erbaut zur Zeit Kaiser Pervals, gehört seit einiger Zeit Ugo von Mühlingen, genannt der blutige Ugo, dem Marschall Garetiens und Gaugraf von Goldenstein in der Zeit von 1005 bis 1016 B.F.. Heute ist das Schloss Zentrum des Edlengutes Königsweiher. Berühmt wurde das Schloss im Jahre 1026 B.F., als hier das Massaker von Mühlingen stattfand. Damals war das Schloss Ziel von hungernden Bauern, die vor dem Schloss wegen des Baus des Garetischen Siegestempels protestieren und auf ihre eigene desolate Lage aufmerksam machen wollten. Dummerweise befanden sich damals neben Dutzenden Garetischen Rittern auch eine Schwadron Lanzenreiter vom Regiment Goldene Lanze hier. So kam es dann zum Massaker südlich des Schlosses, bei dem mehrere Dutzend Menschen getötet und viele mehr verletzt wurden. Zwar waren die Märsche der hungernden Garetier damit beendet, doch seinem eigenen Ruf hat der Marschall damit keinen Gefallen getan. Zwar ist sein Ruf vor dem Adel unbefleckt, in der Bevölkerung ist er jedoch unbeliebter als je zuvor.

Man kann von Glück sagen, dass seine mannigfaltigen Aufgaben den Marschall heutzutage sehr oft von seinem Schloss fernhalten. Durch seine Rolle im Jahr des Feuers, wo Teile der Goldenen Lanze, zumindest zeitweise, in den Diensten Answins standen, hat sich der blutige Ugo beim neuen Baron der Retogau sehr unbeliebt gemacht. Dieser ist ein gestandener Anhänger und persönlicher Freund Kaiserin Rohajas und beobachtet das Tun auf Schloss Mühlingen zumindest sehr kritisch. So finden momentan keine verschwenderischen Feste und Turniere hier statt, und das Schloss liegt recht einsam in der Nähe des Königsweyhers. Lediglich einige Diener und Zofen leben zusammen mit den Knechten und Stallburschen hier das ganze Jahr über.

Das Tjostenfeld

Getränkt mit dem Blut dutzender Bauern fand auf dieser Wiese das Massaker selbst statt. Doch in früheren Jahren trafen sich hier regelmäßig der Stolz der Garetischen Ritterschaft, um sich in den Rondrianischen Tugenden zu messen. Dann standen hier viele bunte Zelte, welche Ritter und ihr Gefolge bewohnten. Nun ist es allerdings schon einige Jahre her, dass hier das letzte Turnier stattfand. Das Massaker hat hier mit so mancher Tradition gebrochen. Dies hat dazu geführt, dass das Gras mittlerweile recht hoch gewachsen ist. So müsste wohl vor dem nächsten Turnier erst eine Hundertschaft Bauern heran geholt werden, um das Gras zu stutzen. Und ob der Blutige Ugo sich mit dem Baron einigen könnte, woher diese Bauern kommen, ist mehr als fraglich. Im Süden schmiegt sich diese recht große Wiese an den Königsweiher, an dessen Ufer zahlreiche Schatten spendende Bäume stehen. Vom See aus führt ein Kanal zum Schloss, um die zahlreichen Wassergräben zu füllen.

Der Korschrein

Unweit des Tjostenfeldes liegt am Ufer des Königsweyhers, unter einer alten Eiche, der nach dem Massaker von Mühlingen errichtete Korschrein. Auf einem flachen Basaltblock legten etliche der damals verwundeten Bauern kleine Habseligkeiten ab. Legitimiert wurde der Schrein jedoch durch den Segen des Garether Geweihten des Kultes und die Tatsache, dass Alrik von Blautann hier sein während des Massakers zerbrochenes Schwert dem blutrünstigen Schlächter dar brachte. Diesem Beispiel folgten etliche der damals beteiligten Ritter. Teils aus Scham über ihre Teilnahme am Massaker, teils aus Stolz über die Sicherung der Privilegien des Adels, bringen sie hier ihre Waffen und Rüstungsteile als Opfer das. Manch einer der damals beteiligten Ritter bringt beinahe Jährlich am Tag des Massakers ein Opfer dar. Fast schon ironisch anzumerken ist dabei, dass Ugo von Mühlingen an diesem Tag, ob seiner vielen Gäste hier ein Fest abhält. Zu einem großen Turnier kam es seit dem schicksalhaften Tag aber nicht mehr. Man fürchtet wohl insgeheim, dass es zu einem neuen Bauernaufstand kommt, und versucht auf Anraten der Geweihtenschaft die Landbevölkerung ruhig zu halten.

Der Schlosspark

Auf der künstlichen Insel, auf der sich die Vorburg (die Aufgrund ihrer schlechten Wehrhaftigkeit diesen Ausdruck eigentlich nicht verdient) befindet sich auch der Schlosspark. In diesem prächtigen Park können sich die (adligen) Bewohner des Schlosses zurückziehen, wenn sie ihr Mahl einmal im Grünen einnehmen wollen oder auf den schattigen Wegen lustwandeln wollen. Im Norden des Parks wurde einmal damit begonnen, einen Irrgarten anzulegen, jedoch verlor Ugo von Mühlingen schnell das Interesse an diesem Vorhaben, so dass das Gelände immer weiter verwuchert. Die anderen Teile des Parks werden vom Gärtner des Schlosses jedoch gut beschnitten. Dieser hat es sich sogar zur Aufgabe gemacht, die schönsten Formen in die Büsche und Hecken zu schneiden. Vieles gibt es hier zu bestaunen, wie z.B. einen aus Büschen bestehenden Darpatbullen, oder kunstvoll beschnittene Rosenhecken. Auch die Zucht fremdländischer Pflanzen hat sich der Gärtner zur Aufgabe gemacht. So hat er Kontakt mit einem Maraskaner aufgenommen, der vor der Besetzung der Insel durch die Borbaradianer einen sehr guten Ruf als Pflanzenkundler hatte, und sich heute des öfteren im Schloss aufhält. Der größte Wunsch des Gärtners wäre der Bau eines Gewächshauses, damit seine Kreationen nicht im Garetischen Klima eingehen.

Die Vorburg

Die Vorburg besteht aus zwei Gebäuden, die sich ringförmig um einen Hof ziehen. In dem einen Gebäude befinden sich die Ställe des Schlosses, in dem die zahlreichen Pferde des Marschalls unter kommen, wie auch die Kutschenremisen, in denen mehrere Gefährte untergebracht sind. Hier findet man vom einfachen Planwagen bis hin zur edlen Karosse des Marschalls alles. Hier ist aber auch genug Platz, um mehrere Kutschen edler Gäste unter zu bringen, wenn diese einmal das Schloss besuchen. Über diesen Räumlichkeiten sind die Unterkünfte der Stallburschen bis hin zur Wohnung des Stallmeisters und die des Gärtners untergebracht. Im anderen Gebäude befinden sich etliche Gästezimmer, in denen man im Zweifel das Gefolge von wichtigen Gästen unterbringen kann, die Gesindeküche und die Vorratskammern des Schlosses. Zwar sind die Mauern von einem Wehrgang gekrönt, sollte jedoch einmal jemand versuchen, das Schloss einzunehmen, so hindern ihn höchstens die breiten Wassergräben daran, da sich nie genug Soldaten finden würden, um die Mauern des Schlosses ausreichend zu bemannen. Im Jahr des Feuers profitierte das Schloss zusätzlich von seiner abgelegenen Lage, so dass sich nur sehr wenige Plünderer hier hin verirrten. Die, die sich vor dem Schloss einfanden, brachten jedoch nicht den Mut auf, sich mit den Bewohnern anzulegen. Zwar hätten sie es nur mit einfachen Dienern und Stallburschen zu tun bekommen, doch scheuten sich die kleineren Plündertrupps davor, eine solche Beute anzugreifen. Lieber raubten sie einige der naheliegenden Gehöfte aus und holten sich dort alles, was sie zum Leben brauchten. So kam Schloss Mühlingen durch die schwere Zeit, ohne an Glanz einzubüßen.

Das eigentliche Schloss

Hier pulsiert der eigentliche Lebensnerv des Schlosses, da hier die Gemächer des Marschalls und seiner Familie liegen, ebenso wie ein großer Ballsaal, in dem prächtige Bälle und rauschende Feste gefeiert werden. Auch wenn das Schloss eine der prächtigsten Anlagen des Reiches ist, gehört es nicht zu den wehrhaftesten Burgen des Mittelreichs. Ein entschlossener Angreifer bräuchte wohl nicht lange, um die weiß getünchten Mauern des Schlosses zu überwinden. An etlichen Stellen gibt es Fenster und Balkone. Bei der Errichtung wurde nicht darauf geachtet, das Schloss auch gut zu befestigen. Viel mehr wurde auf die Bequemlichkeit der Bewohner geachtet. So sind die meisten Räume prächtig ausgestattet, so dass man sich fast fragen muss, wie viel Geld der ‚Blutige Ugo‘ wohl in seiner Zeit als Pfalzgraf von Goldenstein beiseite geschafft hat. ( Pläne des Schlosses und eine Beschreibung der wichtigsten Räume und ein Szenario im Umfeld des Jahrestags des Massakers von Mühlingen werden in der nächsten Zeit hier bereitgestellt.)

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