Mittwoch, den 15. August 2018 n.Chr.
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Der Dunkelwald

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Nee, nimmerer nich geh ich da noch ens rinn! Als ich da am letzten Praiostach zum Eicheln suchen war, wisste wat da passiert is? Dä Wind fing janz plötzlich an und die Bäum wackelten als wolltense wegrennen. So war ich hier steh dann fing de Jesang an. Wie ein kleines Mädel. Datt war der (schlägt das Praioszeichen) Geist von den Mädel watt im Wald verschwunden ist. Da sind dee Niederhöllen im Spiel. Ich sach euch demnächst holen die (schlägt das Praioszeichen ) Dämonen noch en Kind.

-Bericht eines verwirrten Bauern an den Praiosgeweihten Prafios von Falkenruh, Efferd 1029BF.


Dämonen, Geister unn Hex..Hicks..Hexen seh ich andauernd. Besonders abends... ...wenn ich schon einen gehoben hab. Habisch zuletzt auchn Bärn gesehn. Dä wollt nach Gareth, zum Tänzschen. Hoher, Hicks, Herr, müßt nich alles glauben was das abergläubische Volk sacht. –Befragung des Wildhüters Schwarzfell durch den Geweihten des Praios, Anfang Boron 1029BF.


Fast genau in der Mitte der Retogau gelegen, ist der etwa 20 Rechtmeilen große Dunkelwald einer  der letzten Überreste des Reichsforstes im südlichen Garetien. Durch seinen Mangel an Jagdwild interessierte sich der Adel eher weniger für dieses Wäldchen, so das er noch recht unerforscht ist. So hat bis heute noch keiner der Herrscher des Waldes festgestellt das sich im Wald ein alter Steinkreis befindet. Wer hier vor Urzeiten seine Rituale abhielt ist nicht bekannt. Seltsam sind nur die Überreste von Luchsstatuen und die harmonische Bauweise. Allerdings sind sich die wenigen Bauern die sich in den letzten Jahren bis hierhin getraut haben, das dieser Ort von einer finsteren Magie geschützt wird, die den Menschen nicht wohl gesonnen ist. Die Einzige dokumentierte Erkundung wurde vor fast 400 Jahren von der Magierin Malomis von Rethis durchgeführt. Diese erhielt das Recht sich in diesem Wald einen Turm zu bauen. Wie weit dieser Turmbau gedieh weiß man nicht, da die Magierin schließlich immer seltsamer wurde und schließlich verschwand. Als man Monate später ihre Unterlagen am Ufer des Dunkelsees fand, in denen von den Mysterien Zerzals stand und das einen jede Sünde irgendwann einholt, wurden diese im Archiv des Praiostempels von Nattersquell aufbewahrt. Mit dem großen Brand verschwanden die letzten Dokumente über den Wald.

Einzig Ritter Joreg von Dunkeltann könnte heute noch etwas über die Mysterien des Waldes berichten wenn er es den wollte. Das seine Sippe schon vor langer Zeit ein Bündnis mit einem im Wald ansässigen Kobold geschlossen hat, ist ein Gerücht, in dem mehr als ein Körnchen Wahrheit steckt. Jedoch äußert sich der Wortkarge Ritter nicht zu derlei Gewäsch, lachen sieht ihn jedoch wahrlich nur der Kobold der wahrhaftig in einer der drei Ulmen im Steinkreis lebt. Seit neuestem lebt hier auch ein alter Bär. Dieser ist wohl einem Gaukler davongelaufen, wovon seine verbrannten Tatzen und die blutige Nase erzählen.

Seit einiger Zeit lebt im Südosten des Waldes eine seltsame Frau die in einer kleinen Hütte wohnt und in ihrem Garten die seltsamsten Kräuter zieht, die sie dann zusammen mit ihren Salben, Elixieren und Tinkturen auf dem Ginsterhager Markt verkauft. Mit dem Erscheinen dieser Frau, die Anscheinend von Baron Elko den Titel "Edle des Dunkelwaldes" verliehen bekam. Somit hat sich ihr gegenüber jeder Bewohner des Waldes zu verantworten, steht sie Wilderern und übermäßigem Abholzen des Waldes doch ablehnend gegenüber.

In das Südteil des Waldes traut sich schon seit dem Jahr des Feuers keine Menschenseele mehr, nachdem dort ein Baum einen Holzfäller erschlug. Einer der finsteren Bäume Balphemors von Punin wie man sagt. Fakt ist das es ein unheimliches Wesen im Dunkelwald gibt und das dieses Menschen nicht sehr mag. Seit nun auch noch ein Mädchen vom Stinneshof verschwunden ist wird der Wald von fast allen Menschen gemieden.

Im Südwesten des Waldes liegt ein kleiner See, nach dem Wald Dunkelsee benannt, an dem zwei junge Fischer leben und dank des Fischreichtums auch gut Leben können. Einzig auf die vielen Frauen die in der Hoffnung eine gute Partie zu machen zum See kommen stoßen auf taube Ohren. Es scheint die Gebrüder Apfelglück schon in der beschaulichen Ruhe um ihren See gefunden. Ihre Hütte verlassen sie jedenfalls nur um ihre Fische auf dem Markt von Branningsgrund oder Ginsterhag zu verkaufen.

Etwas weiter nördlich lebt der baronliche Wildhüter Alrik Schwarzfell der schon immer einen Ruf als Einzelgänger hatte. Da er aber einen der besten Kräuterschnäpse der Retogau braut, den Retoschwarz, hat er immer wieder Besuch von Leuten die seinen Brannt kaufen. Seit er in letzter Zeit aber immer weniger Wild vor seinen Bogen bekommt, spricht er seinem Gebräu mehr zu als es gut wäre. So ist es nur noch eine Frage der Zeit bis er Tot in seiner Hütte gefunden wird.

Wie es scheint zieht der dunkle und unheimliche Wald die Menschen die in seiner Nähe wohnen in seinen Bann, auf das sie wie der Wald werden, einsame und düstere Gestalten. Aus welchem Grund dies passiert ist eines der großen Rätsel der Baronie.


2006 Marc "Zendijian" Jenneßen
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