Donnerstag, den 18. Oktober 2018 n.Chr.
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Die verfallene Arbeitersiedlung

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Hier sollte dereinst ein Meisterwerk des menschlichen Geistes entstehen, ein Kanal, der die Flüsse Gardel und Natter verbindet und somit eine schiffbare Verbindung zwischen dem Meer der sieben Winde und dem Perlenmeer zu schaffen. Dieses Werk entstand in Konkurrenz zum horasischen König–Terengar-Kanal, doch stand dieses gewaltige Werk unter keinem günstigen Stern, gelang es Kaiser Reto doch aufgrund der Eroberung Maraskans nicht, die nötigen Gelder für dieses Projekt bereit zu stellen. Jahre später, unter seinem Sohn Hal konnten endlich diese Pläne aufgegriffen werden. In kurzer Zeit wurden beiderseits der Reichsstraße mehrere Arbeitersiedlungen aus dem Boden gestampft. Wenige Monate vergingen, in denen eifrig am Kanal gearbeitet wurde. Es wurden mehrere Dutzend Löcher und Gräben ausgehoben und sogar ein mehrere Meilen langer Seitenarm der Natter geschaffen. Doch von einem Tag auf den anderen ging schief was nur schief gehen konnte. Gräben stürzten ein und Erdmassen begruben die Arbeiter. Die Erde erbebte und Arbeiterhäuser brachen in sich zusammen  und töteten viele weitere Arbeiter. Als dann der zwergische Baumeister Brogumil, Sohn des Broguir, bei der Inspektion eines Bauloches durch herein gelaufenes Grundwasser ertrank, war schnell die Rede vom Fluch des Kanals. Doch der Bau wurde mit neuen Arbeitern und einem Baumeister aus Al Anfa fortgesetzt, bis eines Nachts sich, den Berichten zufolge, ein gewaltiger Riese aus Schlamm aus dem Kanal erhob. Dieser marschierte zur nächstgelegenen Arbeitersiedlung und zerstörte sie. Als am nächsten Morgen die Leichen von mehr als hundert Arbeitern in einem gewaltigen Schlammpfuhl gefunden wurden, sprach man nur noch vom Willen Sumus, dass die Urmutter dieses Werk nicht zuließe. Doch der Al’Anfaner trieb die Arbeiter zur Baustelle zurück und die Arbeiten wurden wieder aufgenommen. Auch wenn in den nächsten Wochen viele Arbeiter davonliefen, ging die Arbeit vorwärts, bis sich der Boden unter den Füßen des Al’Anfaners in Sumpf verwandelte und vor den Augen der Arbeiter dort ertrank. Nun verschwanden die Arbeiter und es wurde auch kein neuer Baumeister gefunden.

Heutzutage stehen immer noch überall im Norden der Retogau verfallene kleine Dörfer, in denen kein Mensch sich lange aufhält. Bei Nacht sollen hier schon Menschen wahnsinnig geworden sein. So sollen hier die Geister der toten Arbeiter Nacht für Nacht umgehen, bis sie durch die Tat eines unverdorbenen Wesens erlöst werden. Überall im Falkenruher Land findet man noch heute die Überreste des Kanalbaus in Form von sumpfigen Löchern und Gräben mit steil abfallenden Ufern.


2006 Marc "Zendijian" Jenneßen
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