Mittwoch, den 13. Dezember 2017 n.Chr.
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Wehr und Waffen in der Retogau

Bis vor einigen Jahren gab es in der Retogau kaum ständig unter Waffen stehende Soldaten. Nun dies hat sich während des Jahr des Feuers grundlegend geändert. Waren die Landwehren das letzte Mal im Kampf gegen die Orks im Einsatz, war doch das Reichsheer im nahen Gareth immer für den Schutz der Kaisermark zuständig. Adelsstreitigkeiten wurden auf den Reichskongressen vom Reichsbehüter geschlichtet und so wurden die Landwehren äußerst selten zu Übungen einberufen.
Heute hat sich dies grundlegend geändert. Nun ist der Baron der Kaiserin zur Heeresfolge verpflichtet. Umgerechnet auf die Bevölkerung muß die Retogau heutzutage der Kaiserin im Kriegsfall mindestens zweihundert Landwehrsoldaten stellen. Im Extremfall sogar bis zu fünfhundert. Aus genau diesem Grund und den Überfällen der sich zurück ziehenden Truppen der Heptarchen im Jahr des Feuers hat der Baron beschlossen, dass seine Baronie, die an der Grenze zur Wildermark liegt, eine eigene Schutztruppe benötigt. So reiste Zendijian von Boran mehrere Monde durchs Land um Söldner anzuwerben und formte aus diesen Soldaten die Schutztruppe der Retogau. War die Burgwache von Falkenruh 1027 lediglich zwanzig Mann stark, so beträgt ihre Kopfzahl heute das fünffache. Davon sind viele ehemalige Reichssoldaten, die versuchen zu überleben. Andere sind professionelle Söldner die schon in zahlreichen Schlachten gekämpft haben und sich nun ihren Alterssitz in der Retogau verdienen. Ihnen wurde nämlich versprochen, das sie, wenn sie sich zur Garde der Retogau melden einen Hof auf dem Land des Barons erbauen dürfen. So gibt es heute eine stehende Truppe, die über die gesamte Baronie verteilt ist und an verschiedenen Orten die Ordnung aufrecht erhält.
Der Großteil dieser Truppe ist jedoch in Falkenruh stationiert. Einer der ersten Bauten hier war eine Kaserne für die Burgwache, war Schloß Falkenruh doch nicht dazu geeignet, mehr als zehn Soldaten unter zu bringen. So wurde am Südrand der im entstehen Befindlichen Ortschaft ein Fort gebaut, auch um eventuell durch die Retogau ziehende Soldaten der Kaiserin ein Dach über dem Kopf zu bieten. Befehligt wird die Truppe von Hauptmann Brüllenweber und insgesamt sechs Weibeln. Im Kriegsfall übernimmt jedoch der Baron und sein militärischer Berater Zendijian von Boran das Oberkommando. Jedoch ist die Garde nicht die einzige bewaffnete Truppe in der Retogau. Nattersquell und Rindsfurt verfügen über Schützenvereine, deren Mitglieder sich verpflichtet haben ihre Heimatorte mit ihrem Leben zu verteidigen. Auch stehen jedem der Vögte einige Waffenknechte oder zumindest Kampf erfahrene Leute zur Verfügung, die im Zweifel den Kern der Retogauer Landwehren bilden sollen.
Ebenfalls sollte man die Maraskaner in Ginsterhag erwähnen, von denen fast jeder äußerst gut mit dem Schnitter oder Tuzakmesser umgehen kann. Dazu kommt noch die Truppe des Pfalzgrafen Helmar von Hirschfurten, die jedoch momentan nicht gut da steht, gab es doch in letzter Zeit einige Unfälle so das die Pfalz heute nur von einem knappen Dutzend Soldaten bewacht wird.
Ebenfalls zu den Bewaffneten Gruppen zu zählen sind die Soldaten die in die Wildermark ziehen oder von dort zurückkehren und die zahlreichen herrenlosen Söldner, die beständig für Ärger sorgen. Mehr als ein Ärgernis sind die Feuerhähne, eine Räuberbande die seit dem Jahr des Feuers in der Baronie Reisende überfällt oder sich in Wegherbergen einquartiert, wenn begüterte Reisende erwartet werden. Weigert man sich den Wünschen der Bande nachzukommen, dann setzt man den Herbergen auch schon einmal denn Roten Hahn aufs Dach - daher der Name der Bande. Das die Bande bisher noch nicht erwischt wurde, liegt wohl daran das sie über Zuträger in den einzelnen Orten verfügen.
Insgesamt mag man denken, das die Retogau sich gegen jeden Angriff wirkungsvoll zur Wehr setzen kann. Es ist aber so das einige der Vögte ihre Pfründe auch mit Waffengewalt verteidigen würden. So kann der Baron froh sein das er über eine kampfstarke Streitmacht verfügt mit der er sich bei seinen Vögten Gehöhr verschaffen kann. Es ist jedoch bisher noch nicht zur Feuerprobe für die Truppe gekommen, kümmern sich die Adligen der Wildermark bisher doch darum ihre Streitigkeiten untereinander auszutragen.
Bewaffnet sind die Soldaten der Retogau jedoch äußerst unterschiedlich. So gibt es etwa je zwanzig leichte und schwere Reiter. Der Rest der Truppe besteht zu gleichen Teilen aus Piken- und Hellebardenträgern, Schwertkämpfern und Armbrustern zusammen. Auch von der Rüstung her könnte die Truppe nicht unterschiedlicher sein. Manche von ihnen sind in Lederrüstungen, andere in Kettenhemden oder Schuppenpanzer gehüllt. Einige Offiziere besitzen auch bessere Rüstungen, so das man nicht von einem einheitlichen Standart sprechen. Neuerdings sind die Gardesoldaten wenigstens mit einheitlichen Wappenröcken ausgestattet, so das man sie als Garde des Barons überall in der Retogau erkennt. In einigen Jahren wird sich allerdings die Wehrhaftigkeit noch einmal erhöht haben, dann nämlich wenn die Akademie der heilenden und rekursiven Magie die ersten Schüler hervorgebracht hat. Deren Eleven können dann mit wenig Aufwand einen verletzten Kämpfer wieder heilen und so seine Kampfkraft erhalten, während eventuelle Gegner nicht über diesen Vorteil verfügen. Das es zwischen dem Baron und der Spektabilität der Akademie dabei nicht zu Zwistigkeiten kommt ist zu erwarten, sind die beiden doch verheiratet. Weiterhin muß erwähnt werden das sich in Schloß Goldenhelm Kaiser Retos Waffenkammer befindet. Nach der Schlacht in den Wolken wurde sie im zerstörten Gareth geborgen und wird nun in einem Flügel der Kaiserpfalz ausgestellt. Diese Waffensammlung beinhaltet Waffen und Rüstungen aus allen Teilen Aventuriens.
So kann man sagen das sich in der Retogau eine beträchtliche Zahl von Bewaffneten befindet. Das der Unterhalt einer so großen Garde natürlich sehr an den finanziellen Mitteln des Barons zehrt ist klar, aber leider ist es in der momentanen politischen und Militärischen Situation im Mittelreich notwendig eine so große Anzahl von Leuten unter Waffen zu halten. Doch man kann hoffen das diese Zeiten nicht ewig andauern.


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