Mittwoch, den 13. Dezember 2017 n.Chr.
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Die Baronie Retogau

Diese östlich von Gareth gelegene Baronie wurde im Ingerimm 1028 wegen seiner besonderen Leistungen im Jahr des Feuers dem Thorwaler Elko Swafnirson-Gujodas zum Lehen gegeben. Seinen Kampfgefährten wurde der Titel eines Edlen der Retogau verliehen. So soll diesen gestandenen Helden eine Heimat gegeben werden - eine Heimat, für die es sich lohnt zu kämpfen. Dieses in der goldenen Au gelegene Lehen ist eines der fruchtbarsten des Königreichs Garetien. So wurde Baron Swafnirson-Gujodas von Kaiserin Rohaja eine nicht zu unterschätzende Verantwortung aufgebürdet.
Doch mit einem der größten Helden des Mittelreichs als Baron bemüht sich jeder Bewohner der Retogau, in dessen Anerkennung zu steigen. So hat sich die Retogau schon im Jahr nach der Schlacht der drei Kaiser von den Entbehrungen des vorhergehenden Jahres gut erholt. Schloß Falkenruh wurde renoviert und neu befestigt.
In den darauf folgenden Monden wurden viele der beschädigten Mühlen, Brücken und Befestigungen erneuert, damit die sich Baronie den Gefahren aus der Wildermark stellen kann. Auch wurden neue Betriebe gegründet, mehrere Waffenschmieden, eine Wagenmanufaktur und zahlreiche neue Schenken, die sich eine goldene Nase an den vielen Glücksrittern und Pilgern verdienen, die entweder in Richtung Wildermark unterwegs sind, um sich ihren Waffenarm vergolden zu lassen, oder gen Rommilys, der heiligen Stadt der Travia, zu ziehen.
So konnte die Baronie aufblühen und blickt der Eröffnung der Falkenruher Magierakademie entgegen. Mit dem Ginsterhager Maraskanerviertel, dem Dunkelwald und einer nahe von Rindsfurt gelegenen Zwergensiedlung gibt es einiges Besonderes in der Baronie zu bestaunen. Auch wenn die Bewohner dieser Örte allzu neugierigen Zeitgenossen nicht wohlgesonnen sind, so ist man doch stolz auf diese fremdländischen und geheimnisvollen Orte.
Aber auch die Stadt Nattersquell, die Pfalz Goldenstein, und auch die kleineren Orte sind einen Besuch wert. Viele der Zerstörungen aus dem Jahr des Feuers wurden beseitigt. Auch wenn immer noch Räuberbanden wie die Feuerhähne oder raue Söldnertrupps aus der Wildermark gelegentlich für Unruhe sorgen, so hat sich die Lage im Gegensatz zu den weiter östlich in der Grafschaft Hartsteen gelegenen Baronien sehr gebessert.

So, und nun genug der Vorrede und herzlich willkommen zu eurer Rundreise durch die Baronie Retogau.
Wenn man die Stadt Gareth auf der Reichsstraße Richtung Rommilys verläßt, so kommt man nach etwa einem halben Reisetag in das Gebiet der Retogau. Verlässt man nach der Brücke über den Zufluss zum Gardel die Reichsstraße gen Norden, so trifft man als erstes auf den Täleshof, das Gehöft der Großbauerndynastie Tälermann und die Gehöfte der im eigenhörigen Bauern. Inmitten von ertragreichen Weizen-, Roggen- und Kürbis-Feldern gelegen, bildet der Täleshof fast schon ein Dorf für sich. So leben der Bauer Tälermann und seine Familie in einem großen Dreiseitenhof, während die Unfreien in kleinen, aber mit schönem Schnitzwerk versehenen Häusern, leben. Wendet man sich nun Richtung Nordosten am Saum des Raulswaldes entlang, so stößt man auf die Ortschaft Nabenweiler am Ufer des Rabensees. Hier drücken sich viele kleine Häuser an das Seeufer. Durch einen Erdwall geschützt, wird hier Fisch gefangen und haltbar gemacht. Natürlich reichen die Fischbestände bei weitem nicht aus, um alle Bewohner zu ernähren, so dass es auch hier reiche Korn- und Rübenfelder gibt. Stattdessen werden die Fische aus dem See auf dem Garether Markt verkauft, so dass die Einwohner und ihr Vogt, der Wirt der Schenke "Am Ufer", dem auch die Fischerboote des Ortes gehören, gut leben können.
Reist man von hier aus Richtung Süden durch sanfte ansteigende Hügellande mit fruchtbaren Feldern, und über saftige, grüne Wiesen, welche die Kühe der Bauern fett werden lassen,gelangt man in das Nattersqueller Land. Auf vielen dieser Hügel stehen die großen Windmühlen, die den Kornreichtum der Baronie in Massen von Mehl verwandeln, und von dort an die Backhäuser in die Dörfer oder an die Bäcker in Gareth verkauft werden. So ist Retogauer Mehl bei Bäckern im gesamten zentralen Mittelreich hoch begehrt. Viele dieser Mühlen sind sehr farbenfroh bemalt, so dass sie meist Zentrum der Feiern der Bauern der Umgebung sind. Dies hat ebenso dazu geführt, dass die Müller von den Baronen das Schankrecht verliehen bekamen. Einige der Müller fingen sogar an, einen Brannt aus Korn herzustellen, den so genannten "Gauer Sonnenbrand".
Folgt man nun dem Karrenweg nach Süden, so kommt man in die Stadt Nattersquell, die größte Ortschaft auf zwei Tagesreisen östlich von Gareth. Nattersquell, die Metropole der Baronie, ist auch die einzige Stadt, die viele der Bauern je sehen werden. Von daher ist die Stadt reich an Gaststätten, Händlern und Tempeln. Hier gibt es den einzig bekannteren Medicus der Baronie, und eine große Waffenschmiede, in der sich viele Soldaten auf dem Weg in die Wildermark mit neuen Waffen ausrüsten. Jede Woche lockt ein Markt viele Schaulustige aus dem Umland und Händler und Gaukler von nah und fern an. Folgt man von hier aus der Reichsstraße weiter in Richtung Osten, so sieht man am anderen Ufer der Natter das Dorf Egghistorf, welches, wie auch die anderen Orte der Baronie, von fruchtbaren Feldern umgeben ist. Jedoch leidet der Ort unter seiner Nähe zur Grafschaft Hartsteen, zu der Egghistorf einst gehörte. Hier versorgen sich sowohl die Landsknechte des selbst ernannten Grafen Ludor von Hartsteen, wie auch die Ritter Gismar dem2. von Quintan- Quandt. So kommt es, dass hier der Aufbau noch nicht weit fortgeschritten ist, und es hier am ehesten in der Retogau zu Hunger und Leid kommt.
Am südlichen Ufer der Natter liegen auch die Säume des Natterforstes, die noch zur Retogau gehören. Diese Grenzziehung ist jedoch den zwielichtigeren Zeitgenossen, die weite Teile des Waldes für sich beanspruchen, einerlei. Lediglich die Soldaten des Pfalzgrafen Helmar von Hirschfurten sorgen dafür, dass sich derlei Gesindel nicht im Südosten der Baronie herumtreibt.
Hier liegt auch die Pfalz Goldenstein, ein prächtiges Schloss, welches auch das berühmte Kaiserlich Garethische Museum für Waffenkunde - besser bekannt als Kaiser Retos Waffenkammer - beherbergt. Auch wenn man dem Pfalzgrafen nachsagt, dass er nicht immer ehrenhaft handelt, so hat er doch für die Sicherheit seiner Pfalz gesorgt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu Kompetenzstreitereien zwischen Baron und dem Pfalzgrafen kommt.
Nordwestlich von Goldenstein liegt der Dunkelwald, in dem sich, den Aussagen der Bauern zufolge, im Jahr des Feuers irgendetwas Böses eingenistet hat. Hier reichen die Aussagen von einer Hexe über Geister bis hin zu einem leibhaftigen Dämon, den der finstere Balpemor von Punin selbst beschworen haben soll, um jeden Götterlauf ein Kind zu fangen. Fakt ist, dass sich die Bauern weigern, den Wald zu betreten, seit ein kleines Mädchen vom Stinneshof verschwunden ist, als es im Wald spielte.
Im südöstlichsten Zipfel der Baronie liegt an der Reichslandstraße nach Wandleth und Perricum das Dorf Branningsgrund, welches von Kürbisfeldern umgeben ist. So stammen auch die berühmten Goldensteiner Kürbisse von hier. Diese Kürbisse, wie auch die Retogauer Zierkürbisse, erzielen auf den Garether Märkten hohe Preise. So hat sich die Tradition gebildet, dass am ersten Tag der Travia Gesichter in die Kürbisse geschnitzt werden und Strohpuppen verbrannt werden, um die bösen Geister zu vertreiben und die braven Kinder mit Zuckergebäck und anderen Süßigkeiten belohnt werden.
Wendet man sich nun auf der Reichslandstraße nach Westen, so kommt man nach Ginsterhag, bis vor kurzen ein langweiliges Bauerndorf,doch es hat sich sehr viel verändert. Mit der Ernennung von Zendijian von Boran zum Vogt hat sich in kürzester Zeit ein kleines Maraskanerviertel gebildet. Östlich des Dorfs haben sich fast ein Dutzend maraskanische Familien angesiedelt. Zwischen den vier mächtigen Turmhäusern im maraskanischen Baustil wurde mittlerweile fast der gesamte Platz mit kleinen Hütten zugebaut, in denen es mehrere Schmieden, Garküchen und Schreiner gibt. Genaues weiß man aber nicht, da die Maraskaner in sich abgeschottet leben. Jedenfalls wagen sich nicht viele Menschen in das von Palisaden geschützte Viertel, weiß man doch nicht, ob man lebend zurückkehrt. Wie auch immer, auf dem Markt kann man die besten Schmiedewaren östlichen von Gareth kaufen. Auch gibt es hier obskure Kräuter und Gewürze zu erwerben, die aber nur von den Mutigsten gekauft werden, verursachen sie doch das Gefühl, als hätte man Ingerimms feurige Glut als Mahl gehabt. Stolz sind die Ginsterhager auch auf das Gestüt Hollerbusch, welches bis vor wenigen Götterläufen noch den Vogt stellte. Doch wurden im unseligen Jahr des Feuers sowohl der Familienpatriarch, als auch sein Erbe von marodierenden Söldnern erschlagen, so dass das Gestüt nun zum Besitz des neuen Vogtes gehört. Dieser hat zusätzlich zur Pferdezucht noch mit der Zucht eines Schlages Tuzaker Jagdhunde begonnen.
Die Ginsterhager sind jedenfalls stolz auf ihre seltsamen Dorfgenossen, doch in den anderen Dörfern der Baronie sind die Maraskaner nicht sehr beliebt, und werden oft angefeindet. Bisher ist es aber noch nicht zu größeren Zwischenfällen gekommen, aber die Maraskaner gehen keiner Auseinandersetzung mit Unruhestiftern aus dem Weg.
Folgt man der Straße nun nach Norden, kommt man zum Stinneshof, am Rande des Rudewäldchen gelegen, hier leben viele Menschen vom Holzeinschlag, und es gibt das einzige Sägewerk und viele Holz verarbeitende Betriebe. Auch die Maraskaner und die Zwerge aus Rindsfurt schlagen hier ihr Holz, so dass die Leute von Vogt Jasper Grühlings nur noch auf den Schiedsspruch des Barons warten, ist es doch althergebrachtes Recht, dass der Stinneshof als einziger das Holz des Waldes weiterverarbeiten darf.
Reist man weiter nach Norden, kann man, wenn man den Wald verlassen hat, etwa drei Meilen östlich der Straße den mächtigen Orvasberg sehen, auf dem sich seit jeher einmal alle sieben Jahre die Garethischen Hexen zum Fest treffen. In diesen Tagen und Nächten sind die Bauern äußerst freundlich zu allen fremden Frauen, fürchten sie sich doch verhext zu werden. Folgt man nun der Straße weiter, gelangt man nach Rindsfurt, einem kleinen Ort, der inmitten reicher Roggenfelder liegt. Seinen Namen hat der Weiler von der Furt über die Gardel, durch den Rinder nach Süden getrieben werden, um über die Reichslandstraße nach Gareth gebracht und dort auf den Viehmärkten verkauft zu werden. Der Vogt von Rindsfurt ist der Rinderzüchter Aldan von der Kuhweide, dessen Familie schon seit Generationen die Zucht und den Handel mit Rindern in der Retogau beherrscht.
Einige Meilen westlich von Rindsfurt wird derzeit an den teils Unterirdischen Häusern eines Zwergenclans gebaut. Das erste fertiggestellte Gebäude ist, wie sollte es beim Zwergenvolk anders sein, eine Gaststätte mit einem eigenen Brauhaus, in dem ein gutes Zwergenbier gebraut wird. Auch wird an zwei Schmieden gearbeitet, so dass es wohl zu einer Konkurrenzsituation zwischen zwergischen und maraskanischen Schmieden kommen wird.
Nördlich der Furt zweigt eine Straße nach Osten in Richtung der Ortschaft Falkenanger ab, einer Ortschaft, die dem Baron direkt untersteht, in der viele der Leibeigenen des Barons leben, und um welche herum Praiosblumenfelder angeordnet sind, um die Bevölkerung daran zu erinnern, dass dies die Heimat ihrer Herrschaft ist. Nach Osten führt ein Karrenweg zum inzwischen liebevoll sanierten Schloss Falkenruh, in dem seit neuestem Baron Elko Swafnirson-Gujodas und seine Familie residieren. Um Falkenruh herum finden sich auch heute noch viele kleine Tümpel und Wasser gefüllte Gräben, letztes Zeugnis des Versuchs, mittels eines Meilenlangen Kanals die Flüße Gardel und Natter zu verbinden, und so eine Verbindung zwischen dem Meer der Sieben Winde und dem Perlenmeer zu schaffen.
Etwas nördlich von Falkenruh befinden sich auch die Überreste der Arbeitersiedlung, in der die Arbeiter am Kanal lebten, doch gilt diese Siedlung als verflucht, erhob sich doch just an diesem Ort ein gewaltiger Riese aus Erde und Schlamm aus dem Boden und tötete viele der Arbeiter, deren Geister immer noch an diesem Ort umgehen sollen. So halten sich die Bauern von diesem Ort fern, da sie nicht den Erdriesen rufen, und ihre Seele verlieren wollen. Reist man nun nach Norden, stößt man wieder auf die Reichsstraße 3 und unsere Rundreise durch die Retogau ist beendet. Ich hoffe, dass diese Reise euch neugierig auf mehr gemacht hat, und ihr euren Wohnort ins Herz des Kontinents, in die Baronie Retogau, verlegt. Dort wird ein jeder aufrechte Mensch, Zwerg oder Elf willkommen geheißen. Und nun viel Spaß bei der weiteren Erkundung der Retogau.


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