Mittwoch, den 13. Dezember 2017 n.Chr.
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Kornfäule

Für Helden niedriger bis mittlerer Erfahrung

Kurz nach den namenlosen Tagen 1029 BF.
Dem Bauern Dappert vom Graurübenhof bei Egghistorf passieren in kurzer Zeit einige Unglücksfälle. Seine Frau stirbt durch einen Sturz vom Heuboden, wenig später verdorrt einer seiner Äcker mitten im Sommer, und nun wurde ihm ein Kalb mit zwei Köpfen geboren. Dies kann nur eins bedeuten:
Eine Hexe treibt ihr Unwesen im Gebiet um das Dorf. Schnell ist auch eine Schuldige gefunden. Die hässliche Warzen – Wina, so genannt wegen ihres durch Warzen verunstalteten Gesichtes. So versucht der Praiosgeweihte zu beweisen, dass es sich bei der Frau um eine Tochter Satuarias handelt, und will ihr den Prozess machen.

Der Prozess:
Auf einem Holzpodest sitzen auf bequemen Stühlen der Baron sowie die Geweihten des Praios und Firuns. Die Angeklagte wird, an einen Pfahl gefesselt, auf einem Wagen herangefahren. Die Verhandlung findet auf dem Dorfplatz von Egghistorf statt. Überall stehen Gardisten des Barons herum, um die Verhandlung zu sichern. Dann tritt der Kläger vor und berichtet von den Vorfällen auf seinem Hof und davon, dass er die Angeklagte in der Nähe gesehen hat. Diese behauptet dort nur Kräuter gesammelt zu haben. Schnell sind die Richter unterschiedlicher Meinung. Während der Praiosgeweihte fest von der Schuld der Angeklagten überzeugt ist, verlangen der Baron und der Firungeweihte mehr Beweise, bevor sie ein Urteil fällen wollen. Diese Beweise sollen die zufällig anwesenden Helden finden.

Der Tatort:
Die Helden dürfen sich auf dem Hof des Bauern umsehen, finden dort aber fast gar nichts. Lediglich auf dem verdorrten Feld können magisch begabte Helden feststellen, dass es sich tatsächlich um einen Hexenfluch handelt, allerdings wurde dieser Fluch schon vor einiger Zeit gesprochen. Wollen die Helden das zweiköpfige Kalb begutachten, so werden sie darüber informiert, dass diese unheilige Kreatur verbrannt wurde. Weitere Beweise finden sich hier nicht. Einzig die Magd Gundela, die auch als Zeugin gehört wurde, bestätigt, dass sich die hässliche Frau in letzter Zeit häufiger um den Hof herumtreibt.

Warzen – Winas Kate:
Die "Hexe" wohnt in einer kleinen Hütte, unweit von Falkenruh. Wenn sich die Helden dort umsehen, können sie viele zum Trocknen aufgehängte Kräuter und einige Tiegel mit Salben finden. Allerdings gibt es auch hier keine Spuren auf eine Hexe. Anscheinend ist Warzen – Wina nur eine Kräuterfrau. Somit gibt es keine stichhaltigen Beweise zu finden, und der Praiosgeweihte verlangt, dass die "Hexe" der "hochnotpeinlichen" Befragung unterzogen wird. Bevor dies geschieht, kommt es aber zu einem neuen Vorfall.

Weiteres Unheil:
Über Nacht ist das Wasser im Brunnen des Bauern sauer geworden. Überprüfen die Helden dies, so finden sie im Brunnen ein zerbrochenes Essigfass. Dies stammt, wie die Helden eindeutig feststellen können, aus den Vorräten des Bauern. Wie es jedoch in den Brunnen gekommen ist, kann dieser nicht erklären. Nur er und seine Magd hätten einen Schlüssel zur Vorratskammer. Inzwischen werden Brandeisen angeheizt und die Folterwerkzeuge des Praiosgeweihten nach Egghistorf gebracht, um die störrische "Hexe" zu einem Geständnis zu bringen.

Erneute Befragung der Magd:
Dabei gesteht diese, dass sie Warzen – Wina nicht leiden kann. Aber sie ist überzeugt, dass diese finstere Magie ausübt. Wenn die Helden die Magd jedoch mehr bedrängen, gesteht diese, dass ihr Bruder vor Jahren Warzen – Wina verführt hat und dann spurlos verschwand. Danach hat sie beim Bauern Dappert angefangen. Aufmerksamen Helden dürfte nicht entgehen, dass diese sehr für den stattlichen Bauern schwärmt.

Weitere Befragungen:
Auf den Nachbarhöfen können die Helden erfahren, dass der Bauer den Tod seiner Frau wohl nicht besonders bedauert, ist er doch hinter jedem Rock her, der in seine Nähe kommt. So habe er erst vor einiger Zeit eine rothaarige Gauklerin verführt, und dieser danach mit dem Geweihten des Praios gedroht, konnte er die Gauklerin doch nicht befriedigen und glaubte, diese hätte ihm die Männlichkeit geraubt. Seine größte Sorge war es, dass seine Frau nicht davon erfuhr, da er sonst von dannen ziehen musste. Gehörte der Graurübenhof doch der Familie seiner Frau.

Der Bauer und seine Magd:
Wenn die Helden nun vermuten, dass der Bauer etwas mit den Vorfällen zu tun hat, und diesen beobachten, dann bekommen sie mit, dass er sehr vertraut mit seiner Magd umgeht. Dann kommt die Nachricht, das Warzen – Wina unter dem Druck der Befragung und aus Angst vor der Folter alles gestanden hat. Nun sollten sie den Bauern etwas schärfer befragen. Bei dieser Befragung bricht er schließlich zusammen und gesteht alles.

Das Geständnis des Bauern:
Der Bauer bestätigt die Gerüchte von seinem Seitensprung. Allerdings hat sich seine Gespielin als echte Hexe herausgestellt, und wenig später den fruchtbarsten Acker des Bauern verdorren lassen. Allerdings hatte seine Frau schon längst etwas von der außerehelichen Affäre ihres Mannes mitbekommen. Es kam zum Streit zwischen den Beiden und die Bäuerin fiel unglücklich und brach sich das Genick. Jedoch beobachtete die Magd diesen Streit und versprach sich davon, zu schweigen, dass der Bauer bald ihr Mann wäre. Also erzählte sie dem Bauer von ihren Beobachtungen und machte ihm den Vorschlag zu schweigen, und ein Opfer für die seltsamen Vorfälle zu präsentieren: Warzen – Wina. Als während der namenlosen Tage dann auch noch das zweiköpfige Kalb geboren wurde, da war die Anklage fast fertig. Der Praiosgeweihte, der schon länger den Verdacht hat, dass es eine finstere Hexe in der Retogau gab, nahm die Anschuldigungen sehr ernst, waren sie doch für ihn eine Möglichkeit, die Macht der Praioskirche zu beweisen.

Das Finale:
Nun müssen die Helden den Bauern nach Egghistorf bringen und verhindern, dass Warzen – Wina wegen der Anwendung Schwarzer Magie öffentlich verbrannt wird. Als sie schließlich dort ankommen, können sie im letzten Moment die Verbrennung stoppen und den wahren Täter überbringen. Sind unter den Helden Magier, so wird der Geweihte alles tun, um alle Anwesenden davon zu überzeugen, dass das Geständnis mit Magie erzwungen wurde und die Bauern gegen die Helden aufwiegeln. Erst als der Baron ankommt, der gerade seinen sonstigen Geschäften in Falkenruh nachkommt, beruhigt sich die Lage etwas. Nun wird Warzen – Wina freigesprochen, der Bauer schließlich wegen Mordes zum Tode durch das Henkersbeil verurteilt, und sein Hof der Verwaltung durch die Praioskirche überstellt wird. Am Ende sind fast alle zufrieden. Warzen – Wina ist frei, der Baron hat einen Mörder seiner gerechten Strafe zugeführt und der Praiosgeweihte besitzt nun einen Bauernhof auf fruchtbaren Böden, der gute Erträge abwirft. Die Helden hoffentlich auch, bekommen sie doch für dieses Szenario 100 – 150 AP. Einzig die Magd hat alles verloren: Ihr Heim, ihre Arbeit und den Mann, den sie liebte.


2006 Marc "Zendijian" Jenneßen
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