Mittwoch, den 13. Dezember 2017 n.Chr.
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Koboldglück

Für Helden mittlerer Erfahrung

Ingerimm 1029 BF.
Die Helden werden von einem Garether Alchimisten beauftragt, ihm für möglichst wenig Geld viel Kairanrohr zu beschaffen. Er hat gehört, dass es auf den Märkten der Retogau in letzter Zeit häufig angeboten wird. Seine Hoffnung ist, dass es dort irgendwo in freier Natur wächst, sodass er dafür nicht viel Geld bezahlen muss. Dort angekommen, können die Helden erfahren, dass man so etwas wohl nur im Dunkelwald finden kann. Und so müssen die Helden den dunklen und unheimlichen Wald betreten. Schnell merken sie, dass sie nicht tiefer in den Wald eindringen wollen, da hier etwas extrem Unheimliches ist, das selbst gestandenen Helden Angst macht. Am Rand des Waldes treffen die Helden auf den Edlen Zendijian von Boran, der gerade seinen Bekannten Joreg von Dunkeltann und dessen Tochter Britt besuchen will. Dieser gibt ihnen den Tipp, im Norden des Waldes zu suchen, da es dort einen See gibt, an dem dieses Zeug wohl wächst. Wenn sie an der beschriebenen Stelle suchen, finden sie nur einen alten Steinkreis, um den eine hübsche, junge Frau leicht bekleidet mit einem Kobold herum tanzt. Als die beiden auf die Helden aufmerksam werden, versteckt sich die Frau erst einmal, während der Kobold versucht, die Helden mit Hilfe seiner Magie zu vertreiben. Wenn dies nicht gelingt, verlässt die junge Frau ihr Versteck und bittet die Helden, sie zu ihrem Vater zu begleiten: Joreg von Dunkeltann.

Erklärungen und eine Bitte:
Nachdem sich die junge Frau angezogen hat, stellt sie sich als Britt vom Dunkeltann vor und erzählt, dass ihre Familie schon seit Jahrhunderten mit der hier ansässigen Koboldsippe befreundet ist. Jedoch besteht diese Sippe nur noch aus einem Kobold und seinem Freund, einem alten Jahrmarktsbären. Ab und zu besucht Britt den Kobold ohne Wissen ihres Vaters. Ihr größter Wunsch wäre es jedoch, wenn ihr Freund, der Kobold, eine Koboldfrau finden würde und eine Familie gründen könnte. Deshalb fragt sie auf naive Art die Helden, ob diese nicht vielleicht wüssten, wo es Kobolde gibt. Da diese dies wahrscheinlich nicht wissen, müssen sie hier wohl oder Übel ablehnen. Sie können Britt nur bei ihrem Vater abliefern.

Bei den Dunkeltanns:
Als sie Britt bei ihrem Vater abliefern, ist noch weiterer Besuch da: Zendijian von Boran. Dieser freut sich ganz besonders, als er Britt sieht. Da diese sich ebenso erfreut ist, ist anzunehmen, dass die beiden schon bald ein Paar sind. Joreg lädt die Helden zwar zu einem Imbiss ein, verweist aber darauf, dass man solch seltene Pflanzen wie Kairanrohr höchstens in der Falkenruher Magierakademie bekommen kann. Auch verfügt er nicht über genug Schlafplätze, kann ihnen aber eine Empfehlung für die Spektabilität mitgeben.

Bei der Magierakademie:
In Falkenruh angekommen, herrscht in dem kleinen Ort viel Trubel, da eine Gauklertruppe am selben Abend dort ihre Kunst darbieten will. An der Akademie sagt man den Helden jedoch, dass es kein Kairanrohr zu kaufen gibt. Woher die Gerüchte stammen, dass man so etwas in der Retogau bekommen kann, kann man in der Akademie nicht sagen. Hier würde man so etwas jedenfalls nicht bekommen. Wahrscheinlich unzufrieden werden die Helden eine der Falkenruher Schenken aufsuchen. Dort können sie etwas sehr Seltsames beobachten.

Eine traurige Vorstellung:

Zum Vorlesen oder Nacherzählen:
Einer der Gaukler betritt die Schenke, in der ihr noch ein Bier trinkt. In der Hand hält er den Griff eines Käfigs, in dem sich eine seltsame Gestalt befindet. Eine kaum kindsgroße Gestalt in einem bunten Kleid, mit roten, lockigen Haaren und einem runzligen Gesicht. Eine Koboldin! Dann ruft der Gaukler laut aus: "Schaut her, schaut her, liebe Leut, heute wird euch meine kleine Koboldfreundin hier ein schönes Liedchen singen."! Doch die Koboldfrau beginnt mit einem tief – traurigen Lied in einer fremden Sprache. Ihr könnt nichts verstehen, doch fast meint ihr, als würde die Koboldin von ihrer Gefangenschaft und ihrer Einsamkeit singen.

Wie das Schicksal so spielt, nun wissen die Helden, wo sie eine Koboldfrau finden. Hier bei den Gauklern. Um diese zu befreien, bedarf es jedoch einiges an Erfindungsreichtum, denn natürlich werden sich die Gaukler nicht von dem kleinen Fladengesicht trennen, beschert ihnen die Koboldin doch immer gute Gewinne. So haben die Helden verschiedene Möglichkeiten:

Abkaufen:
Dies ist eine Möglichkeit, den Helden viel Geld abzuknöpfen. Zuerst wollen die Gaukler die Koboldin gar nicht verkaufen, lassen sich dann aber auf das Geschäft ein. Zumindest, wenn die Helden 200 Dukaten auf den Tisch legen. Geht das Geschäft klar, so lassen die Gaukler die Koboldin aus dem Käfig – dieser war nicht Teil des Geschäftes. Nun werden die Kräfte der Koboldin durch nichts mehr gebremst. Sie zum Dunkelwald zu bringen kann ein Abenteuer für sich sein. Die Gaukler, die den wahren Namen der Koboldin kennen, werden sie schon zurück bekommen. Sie hoffen darauf, dass die Helden die nervige Koboldfrau wieder verkaufen wollen, und bieten bis zu 50 Dukaten für den Rückkauf.

Befreien:
Die Befreiung erweist sich als äußerst schwierig, da sich der Käfig im Wagen der Gaukler befindet und dort auch der "Bärenstarke Hagen" und der Feuerspucker Brin schlafen. Die beiden werden ihre Möglichkeiten nutzen, und die Helden können froh sein, wenn sie mit dem Käfig und mit angesengten Haaren davon kommen. Vielleicht werden sie ja auch von den Gauklern verdroschen, dass ihnen Hören und Sehen vergeht. Auf jeden Fall sollten sie die Koboldin befreien können. Diese wird versprechen, den Helden einen Wunsch erfüllen, wenn die Helden sie aus dem Käfig lassen. Sie wird sich auch überreden lassen, die Helden mit in den Dunkelwald zu begleiten.

Der Weg in den Dunkelwald:
Auf dem Weg wird die Koboldin, sobald sie aus dem Käfig befreit wurde, den Helden einen Streich nach dem anderen spielen, sie mit Spottversen ürgern,... kurz: ihnen den Weg zur Hölle machen. Allerdings wird sie ihr Versprechen halten und den Helden einen Wunsch erfüllen. Wie dieser ausfällt, liegt in ihrer Hand, sollte die Kräfte der kleinen Koboldin allerdings nicht übersteigen. Vielleicht wollen die Helden noch Britt von Dunkeltann aufsuchen, um sie zu holen, bevor sie Kobold und Koboldin zusammenbringen. Diese wird dann still und leise zusammen mit Zendijian den Helden in den Wald folgen.

Vier Liebende:

Zum Vorlesen oder Nacherzählen:
Gemeinsam mit Britt und Zendijian beobachtet ihr, wie sich die Koboldin dem Steinkreis nähert. Dann kommt der Kobold aus seiner Höhle. Im Steinkreis liegt ein alter Braunbär, der auf einem alten Knochen herumkaut. Dann stehen die beiden Kobolde sich gegenüber, halten kurz Zwiesprache und verschwinden dann in der Höhle. Schon kurz darauf hört ihr seltsame Geräusche aus der Höhle. Es klingt fast so. als würde die Koboldin mit ihrem neuen Gefährten schimpfen und den Dreck in der neuen Wohnung bemängeln. Lächend nimmt Britt Zendijian in den Arm, und dieser fragt: "Ich hoffe, dass es bei uns etwas anders läuft.“ Britt lächelt nur kurz, küßt Zendijian und meint dann: "Das wird schwierig, das meinem Vater zu erklären.". Dann gehen die beiden Hand in Hand davon und ihr beschließt, ihnen zu folgen, um die beiden keifenden Kobolde allein zu lassen.

Natürlich finden sowohl die Kobolde als auch Britt und Zendijian zueinander. Wenig später feiern die letzteren ihre Hochzeit und nach neun Monden wird die kleine Emerjisab geboren. Dies bleibt auch den Kobolden nicht verborgen, doch dies ist eine andere Geschichte. Für das bestehen dieses Szenarios erhalten die Helden jedenfalls 100 AP, und es gelingt Zendijian, über dunkle Kanäle noch zehn Portionen Kairanrohr zu organisieren. Ach ja, zur Hochzeit sind die Helden natürlich auch eingeladen.


2006 Marc "Zendijian" Jenneßen
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